Die richtige Ernährung und Haltung

In den Regalen der Zoofachgeschäfte findet man häufig noch Einrichtungsgegenstände und Futter, was für die kleinen Fellnasen eher ungeeignet sind. Kein Tier der Welt möchte in einen Stall eingesperrt werden – auch nicht, wenn er als "Royal Villa" oder gar "Appartment Pro" bezeichnet wird. Und auch zum Thema Futter halten sich einige Mythen hartnäckig, denen wir hier mit Leichtigkeit und mehrjäriger Erfahrung auf die Spur gehen.

Kaninchen

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Stall und Gehege

Die schönste Variante ist ein selbstgebautes Gehege mit verschiedenen Schutzhäusern, die bei Nässe und Kälte einen trockenen Rückzugsort bieten. Mithilfe von günstigen Latten, etwas Farbe und Volierendraht, können Sie Ihren Wackelnasen einen geeigneten Lebensraum schaffen. Isolierte Ställe können Sie entweder kaufen oder ebenfalls mit etwas Geschick selber bauen. Diese sollten im oder am Gehege stehen und für die Tiere frei zugänglich sein. Um Ihre Fellnasen optimal vor Raubtieren zu schützen, ist es wichtig, Volierendraht von allen Seiten zu verbauen und nicht den - fälschlicherweise sogenannten - Kaninchendraht. Das Wabengeflecht ist häufig sehr instabil und kann von Kaninchenzähnchen als auch Fressfeinden wie Marder, Füchse und Ratten mit Leichtigkeit durchgebissen werden.

Um eine ungefähre Vorstellung der Größe zu bekommen, empfehlen wir pro Kaninchen mit mindestens drei Quadratmetern ebener Lauffläche zu rechnen. Mehr Platz ist natürlich immer besser. Da Kaninchen immer mindestens zu zweit gehalten werden sollten, ist ein sicheres Gehege mit einer Größe von mindestens sechs Quadratmetern unabdingbar.

Abgerundet werden kann die Inneneinrichtung dann durch dekorative Naturgegenstände wie Baumstämme, Holzhäksel, Baumhöhlen oder vielfältigen Zweigen.

Abwechslungsreicher Speiseplan

Kaninchen sind Pflanzenfresser. Schaut man sich die Inhaltsstoffe mancher Pellets und Trockenfuttersorten an, hat das mit pflanzlichen Bestandteilen nicht mehr viel zu tun. Neben Getreide und Farbstoffen findet sich häufig auch industrieller Zucker in den bunten Tüten, was natürlich im Magen unserer Fellnasen nichts zu suchen haben sollte.

Daher möchten wir Ihnen gerne ans Herz legen, ein besonderes Augenmerk auf die artnahe Ernährung der Tiere zu legen: Im Sommer ziehen wir beispielsweise immer mit unseren großen Ikeatüten los und pflücken für all unsere Schützlinge Wiese, Kräuter, Gräser und Zweige. Einfach alles, was in der Natur zu finden ist. Das ist nicht nur kostenlos für uns, sondern auch unheimlich kostbar für unsere Kaninchen. Unten auf der Seite finden Sie eine kleine Liste, was Sie für Ihre Tiere sammeln können.

Aber da gibt es ja noch die kalten Wintermonate, in denen man nicht zwingend ausreichend frisches Grün finden kann. Hier können Sie auf Gemüse, Kohl, Obst und Salat aus dem Supermarkt zurückgreifen. Wenn Sie möchten, können Sie aber auch schon im Sommer reichlich selbstgepflücktes Grünzeug trocknen und es im Winter reichen. Zudem finden Sie im Web zahlreiche Anbieter, die getrocknete Kräuter, Blüten und Saaten versenden. Wie bei uns Menschen, ist ein abwechslungsreicher und vielfältiger Speiseplan am gesündesten.

Neben einer großen Portion Frischfutter sollte aber auch jederzeit hochwertiges Heu die Raufe füllen sowie frisches Wasser im Napf angeboten werden.

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Sozialverhalten

Zum Sozialverhalten gibt es unheimlich viel zu berichten, daher möchten wir an dieser Stelle nur einen kleinen Einblick geben.

Kaninchen sind sehr soziale Tiere und fühlen sich in Gruppen Gleichgesinnter am wohlsten. Sie suchen häufig den Körperkontakt zu ihren Artgenossen, schlafen beisammen oder betreiben gegenseitige Fellpflege. Innerhalb einer Gruppe klären die Wackelnasen ihre Rangordnung und legen Wert auf ihr Territorium. Dieser Punkt ist unter anderem auch für die Integration eines neuen Kaninchens in eine bestehende Gruppe von großer Wichtigkeit. Näheres dazu finden Sie unter der Überschrift "Vergesellschaftung".

Wie auch wir ab und zu jemanden nicht leiden können, ist das bei Kaninchen nicht anders: Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Kein Tier gleicht dem anderen. Trotzdem ist jedes Kaninchen gesellschaftsfähig, man muss nur den richtigen Partner finden.

Meer­schweinchen

Schutzhütte und Rennbahn

Entscheiden Sie sich für zwei oder eine Gruppe Meerschweinchen, ist es am sinnvollsten mit einer Fläche von 1,5 bis 2qm pro Schweinchen zu planen. Bitte bedenken Sie, dass die Quietschnasen zwar ganz gerne mal erhöht sitzen und den Ausblick genießen, sie aber keine Klettertiere sind. Daher sollten Sie mit ebenen Flächen arbeiten, wo die Tiere auch mal richtig Gas geben können.

Haben Sie vor die Schweinchen ganzjährig in Außenhaltung zu halten, ist eine Gruppe von mindestens vier Tieren ein Muss. Besonders im Winter können sie dadurch ihre Schutzkammern besser mit eigener Körperwärme aufwärmen. Sollte sich ein Meerschweinchen in den Himmel verabschieden, sollte die Gruppe immer wieder auf mindestens vier Tiere aufgestockt werden.

Bei der Haltung von Meerschweinchen in Außenhaltung ist ein geeignetes – bestenfalls selbstgebautes – Schutzhaus eine wichtige Voraussetzung. Es muss aus einem isolierten Innenbereich mit Trennwänden, die sogenannten Schutzkammern, bestehen. Die Ein- und Ausgänge sollten dabei klein gehalten werden, um Zugluft oder Wärmeverlust zu vermeiden. Ein sehr vorbildliches Schutzhaus und ein tolles Gehege können Sie bei Michaela und ihren Schweinchen sehen: www.instagram.com/die.meeri.maenner.wg/

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Naturnahes Futter

Meerschweinchen sind Frischköstler. Wir von Glückspfötchen setzen daher voraus, dass den Tieren 24/7 Frischfutter, hochwertiges Heu und abwechslungsreiche Kräuter zur Verfügung stehen. Im Sommer kann man sehr viel Geld sparen, indem man regelmäßig Wiese und Wildkräuter pflücken geht und damit das Gemüse und die Salate ersetzt. Im Winter, wenn es kaum noch Wiese und Kräuter zu pfücken gibt, sollten die Meerschweinchen dann langsam wieder an Kohl, Salate und verschiedenste Gemüsesorten herangeführt werden.

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen von Frischfutter Durchfall oder sonstige Magenverstimmungen bekommen würden. Bitte lassen Sie sich davon nicht beirren: Viele Tierhalter sind es gewohnt, den Tieren einfach das industriell hergestellte Trockenfutter in den Käfig zu werfen. Klar, das ist bequem und kostengünstig. Meerschweinchen, die also kein Frischfutter gewohnt sind und dann plötzlich etwas davon bekommen, die haben selbstverständlich erstmal damit zu kämpfen. Sehr viel artgerechter wäre es jedoch, komplett auf Trockenfutter – insbesondere welches mit Weizen, Industriezucker oder generell harten Pellets – zu verzichten. Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl an hochwertigem Trockenfutter, jedoch sollte der Speiseplan hauptsächlich aus Frischfutter, Gräser, Kräuter und Zweigen sowie hochwertigem Heu bestehen.

Meerschweinchen unter sich

Im Hinblick auf das Sozialverhalten möchten Meerschweinchen unter ihresgleichen leben. Sie fühlen sich in einer Gruppe am wohlsten. Für Anfänger empfehlen wir die Haremshaltung, also einen Kastraten und der Rest weibliche Tiere. Eine Einzelhaltung ist tierschutzwidrig und sollte unter keinen Umständen praktiziert werden. Im Falle einer Haltungsaufgabe, geben Sie Ihr letztes Tier bitte in gute Hände ab, statt es alleine zu lassen.

Meerschweinchen kommunizieren mit Hilfe von Quietschgeräuschen, eine Art Knattergeräusch und verschiedene Bewegungen. Beobachten Sie die Tiere, lernen Sie schon bald ihre Sprache kennen und deuten. Laute Pfeiffgeräusche ertönen meistens gegenüber uns Menschen und bedeuten so viel wie:"Gib uns Futter!". Die Tiere untereinander kommunizieren eher mit leiseren Quieken oder Gebrommsel und ihrer Körpersprache.

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